Post will das Porto für Briefe wieder erhöhen
Irgendwie schaffe ich es nie, die Briefmarken die ich kaufe, zu verbrauchen, bevor die Post wieder ihr Porto erhöht. Das liegt nicht daran, dass ich gleich immer bergeweise Briefmarken nach Hause trage. Im Normalfall kaufe ich einen 10er-Bogen. Machen wahrscheinlich die meisten so!? Erst hat ein Brief 60 Cent Porto gekostet. Also, 10er-Set gekauft und angefangen Marken aufzukleben. Dann wurde das Porto auf 62 Cent erhöht. Dämlicher Wert aber gut, also zwangsweise zur Post bzw. in unserer Gemeinde zum Getränkemarkt (wo sonst kauft man Briefmarken?) und einen weiteren 10er-Block 2 Cent Marken gekauft. Irgendwann waren dann aber die 60er Marken aus. Also wieder zum Getränkemarkt und neue gekauft. 62er, ich hatte vergessen zu fragen, ob es auch noch 60er gibt. Weiss ich bis heute nicht! Nun lag aber noch der alte Block mit den 2-Cent-Marken zu Hause. Was tun damit? Diese Frage stelle ich mir immer noch. Auf dem kleinen Bogen mit den 2-Cent-Briefmarken sind noch 15 Stück verblieben. Macht 30 Cent. Zu wenig für einen Brief. Kann ich auch einen halben Brief verschicken? Eigentlich müsste ich zwei Fragen bei der Post, äh, beim Getränkemarkt stellen: erstens ob es noch 60-Cent-Marken gibt und zweitens, ob es noch 2-Cent-Marken gibt. Wenn ich noch einen Bogen 2-Cent-Marken geben sollte, dann kann ich einen Brief verschicken und es bleiben 4 Marken übrig, macht 8 Cent. Nun hat die Post angekündigt, das Porto auf 70 Cent pro Brief zu erhöhen. Genehmigen muss sie sich diese Preiserhöhung allerdings noch von der Bundesnetzagentur lassen. Dafür gibt es eine gesetzliche Regelung die man Post-Entgelt-Regulierungs-Verordnung nennt. Ein wunderbares Wort! Also 70 Cent für einen Brief. Vielleicht warte ich ab, ob die Bundesnetzagentur die Preiserhöhung durchgehen lässt. Dann muss ich zu jeder 62-Cent-Marke nur 4 2-Cent-Marken dazu kleben. Ja, das würde funktionieren. Ich vermute, die 2-Cent-Marken reichen nicht aus, um alle 62-Cent-Marken auf 70 Cent „aufzufüllen“. Wenn ich dann wieder 2-Cent-Marken nachkaufe, bekomme ich dann noch entsprechend viele 60 oder 62-Cent-Marken? Irgendwie dreht man sich da immer im Kreis. Wenn das in jedem Haushalt so ist, kommt da eine ganz schöne Summe zusammen. Diese erhält die Post sozusagen als Darlehen. Zinslos! Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland 40,2 Millionen Haushalte. Bei mir liegen gut 30 Cent 2-Cent-Briefmarken ungenutzt herum weil sie noch nirgendwo „gepasst“ haben. Einmal angenommen, das wäre der Durchschnitt, dann lägen in Deutschland etwas mehr als 6 Millionen Euro in 2-Cent-Marken herum. Sechs Millionen als zinsloser Kredit – nicht schlecht! Einige davon werden vielleicht niemals mehr ihren Weg auf ein Briefkuvert finden. Das nennt man dann Reingewinn. Der Rest ist billiges, Pardon, kostenloses Darlehen. So gesehen sind die ständigen Preisänderungen auf immer absurdere Werte ein gutes Geschäft für die Post. Vielleicht sollte man dort auch mal über halbe Marken nachdenken. Briefporto 71,5 Cent. So ließe sich sicher noch mehr rausholen. Da bin ich mir sicher!
Autor: cam für fuenfseenland.de